Geschäfts- und Risikostrategie und Leitbild
Ausgangspunkt der Geschäftsstrategie ist das Leitbild der GLS Bank, in dem die Ideen und Prinzipien unserer Geschäftstätigkeit grundlegend beschrieben werden. Vision der GLS Bank ist eine sozial, ökologisch und ökonomisch gerechtere Welt, in der Menschen verantwortungsbewusst handeln, resilient sind und die Zukunft regenerativ gestalten – für ein lebenswertes Heute und Morgen für alle Generationen. Geld sieht die GLS Bank seit unserer Gründung vor über 50 Jahren als gesellschaftliches Gestaltungsmittel – eine Gestaltung hin zu einer Gesellschaft, in der soziale Fundamente gestärkt und gleichzeitig planetare Grenzen (wieder) eingehalten werden. In diesem Sinne möchte die GLS Bank dafür Sorge tragen, dass Geld dort wirkt, wo es unter sozialen, ökologischen und kulturellen Gesichtspunkten gebraucht wird – von Unternehmen, gemeinnützigen Einrichtungen und einzelnen Menschen. Dies versteht die GLS Bank als Auftrag ihrer Mitglieder und Kund*innen.
Im gemeinsamen Leitbild des GLS Konzerns werden die Grundlagen beschrieben, die die GLS Bank sowie ihre Tochterunternehmen bei der täglichen Arbeit leiten und beflügeln sollen. Es verfolgt die Vision einer nachhaltigen, gerechten und zukunftsfähigen Wirtschaft:
“Grundlage unserer Arbeit ist die Achtung vor dem Leben und die Sorge um eine friedliche Koexistenz aller Kulturen, die auf individuelle Freiheit und Verantwortung gegründet sind. Wir nehmen den Menschen in seiner Gesamtheit aus Körper, Seele und Geist ernst.
Unser Handeln soll die Lebenschancen heutiger und zukünftiger Generationen bewahren und ihre Weiterentwicklung fördern. Ökologie verstehen wir dabei ganzheitlich im Sinne einer Leben fördernden Einheit von Natur und Zivilisationsentwicklung.
Wir nutzen Geld als soziales Gestaltungsmittel, das uns die Möglichkeit gibt, professionelle Finanzdienstleistungen mit aktuellen Zeitfragen zu verbinden. Durch einen bewussten, verwendungsorientierten Umgang mit Geld fördern und gestalten wir mit unseren Kundinnen und Kunden eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung und machen die unterschiedlichen Geldqualitäten im Kaufen, Leihen und Schenken deutlich.”
Die Geschäfts- und Risikostrategie beschreibt darauf basierend, wie die GLS Bank in den kommenden Jahren ihr Bankgeschäft weiterentwickeln will. Es werden die Unternehmensausrichtung und –kultur, Geschäftsfelder sowie ökonomische und nachhaltigkeitsbezogene Ziele der nächsten 3 Jahre dargelegt. Integraler Bestandteil ist hierbei die sozial-ökologische Ausrichtung auf die sechs Branchen Erneuerbare Energien, Wohnen, Ernährung, Bildung und Kultur, Nachhaltige Wirtschaft sowie Soziales und Gesundheit und die jährliche Ableitung von Nachhaltigkeitszielen.
Dabei ist die Donut-Ökonomie ein zentrales Konzept der Nachhaltigkeit in der GLS Bank und ist in der Geschäfts- und Risikostrategie verankert. Die Donut-Ökonomie basiert auf dem Konzept der planetaren Belastungsgrenzen und sozialen Fundamente. Für zentrale ökologische Bereiche werden Budgets oder Höchstwerte definiert, die wir als Menschheit nicht überschreiten dürfen. Ein Überschreiten hätte zur Folge, dass das Klima oder das gesamte Ökosystem irreversible Schäden davontragen würden und wir somit unsere Lebensgrundlage zerstören würden. Zusätzlich definiert die Donut-Ökonomie soziale Fundamente. Diese Mindestanforderungen dürfen nicht unterschritten werden, um ein menschenwürdiges und friedliches Leben zu gewährleisten.
Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie interne Risikohandbücher regeln den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken, darunter Klimarisiken, in der Gesamtbanksteuerung der GLS Bank. Die GLS Bank verfolgt eine ganzheitliche Strategie zur Integration von ESG-Risiken (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) in ihr Risikomanagement. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells der Bank und sie strebt nicht nur danach, die Chancen, sondern auch die Risiken im Zusammenhang mit der Transformation hin zu einer sozial-ökologischen Wirtschaft zu verstehen und zu managen. Diese Transformation fördert zwar die nachhaltigen Geschäftsfelder der Bank, birgt jedoch auch Risiken – insbesondere durch die fortschreitende Belastung der ökologischen Grenzen und das Unterschreiten sozialer Fundamente.
Im Kontext der ESG-Risiken definiert die GLS Bank Ereignisse oder Bedingungen in den Bereichen Klima und Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintritt potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der Bank haben könnte. Diese Risiken werden in physische und transitorische Klima- und Umweltrisiken, soziale Risiken sowie Governance-Risiken unterteilt. ESG-Risiken werden nicht als eigenständige Risikoart betrachtet, sondern als Treiber, die bestehende Risiken beeinflussen können. Nähere Informationen zu ESG-Risiken und deren Management in der GLS Bank sind hier zu finden.
Das ESG-Risikomanagement der GLS Bank entspricht den regulatorischen Anforderungen (wie EBA-Guideline und MaRisk) und orientiert sich an internationalen Standards und Empfehlungen (z. B. TCFD, TNFD, NGFS, Baseler Ausschuss). Die kontinuierliche Verbesserung des ESG-Datenhaushalts und die Integration der ESG-Risiken in die Risikomanagementprozesse sind ein wesentlicher Bestandteil der Strategie der Bank. Der Risikoappetit der GLS Bank in Bezug auf ESG-Risiken ist klar durch ihre Anlage- und Finanzierungsgrundsätze sowie ihre Nachhaltigkeitsziele definiert.
Mithilfe der Wirkungstransparenz, Nachhaltigkeitsbewertungen und Nachhaltigkeitszielen sorgt die GLS Bank darüber hinaus dafür, dass sie ihre Nachhaltigkeitswirkung stetig verbessert, Risiken und negative Wirkungen möglichst vermeidet und positive Wirkungen stärkt.
Die Geschäfts- und Risikostrategie enthält die Nachhaltigkeitsziele der GLS Bank, die im hier beschrieben werden.
Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie das Leitbild wirken auf verschiedene wesentliche Themen und ihre Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs):