Nachhaltigkeit und Wirkung: Nachhaltige Wirtschaft 2025

Geld als Gestaltungsmittel: Unser Nachhaltigkeitsverständnis und Zukunftsbild

Als GLS Bank nutzen wir Geld als soziales Gestaltungsmittel. Gemeinsam mit unseren Kund*innen wollen wir durch den bewussten Umgang mit Geld die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft sichern und fördern.  

Die Grundlage für unsere Arbeit und unser Verständnis einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft bilden unser Leitbild und die Anlage- und Finanzierungsgrundsätze. Darin halten wir fest, welche Geschäftsfelder und -aktivitäten wir grundsätzlich von einer Finanzierung ausschließen und welche Geschäftsfelder wir im Rahmen unserer Finanzierungsentscheidungen positiv bewerten, weil sie aus unserer Sicht zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft beitragen.  

Daraus abgeleitet ergeben sich unsere sechs Branchen. Für diese haben wir jeweils in einem Zukunftsbild unsere Vision für die Branche festgehalten: Was ist für uns der Zielzustand einer nachhaltigen Gesellschaft in dieser Branche?  

Für die Branche „Nachhaltige Wirtschaft“ halten wir fest:  

Der Mensch muss essen, wohnen, braucht Energie, will gesund sein, will lernen, ist sozial und kreativ. Eine Wirtschaft, die diese Grundbedürfnisse befriedigt und unsere Lebensgrundlagen erhält, hat Zukunft. Nicht ewiges Wachstum ist der Zweck, sondern die Waren und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, die wirklich nötig sind. Genügsamkeit ermöglicht ein „Mehr“ an Zeit, Natur, Gesundheit und Achtsamkeit.  

Ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem setzt auf möglichst geschlossene Kreisläufe, Ressourcenschonung und nachwachsende Rohstoffe. Mit verantwortungsbewussten Produktions- und Konsumweisen werden zudem soziale Verantwortung in der Lieferkette übernommen, faire Partnerschaften eingegangen und inklusive Angebote verfügbar gemacht. Auch unternehmensintern werden Teilhabe und soziale Verantwortung gelebt.  

Nachhaltige Produktionsstrukturen und -modelle ermöglichen eine Veränderung im Mindset der Konsument*innen. „Nutzen statt Besitzen“ und „Teilen statt Kaufen“, "Wiederverwenden und Reparieren statt Wegwerfen" ist die neue Konsumkultur. Sie setzt auf Genügsamkeit, besseres Konsumieren und „Weniger ist Mehr“. 

Transparenz in der Kreditvergabe: Wirkungsmessung

Wir haben den Anspruch, Transparenz im Bankgeschäft zu schaffen. Für die Kreditvergabe bedeutet das in erster Linie: Wir veröffentlichen, wer bei uns einen Kredit erhält und wofür.  

Darüber hinaus wollen wir so konkret wie möglich messbar und nachvollziehbar machen, wie wir unseren Gestaltungsanspruch leben. Im Rahmen der Wirkungsmessung erheben wir branchen- und segmentspezifische Daten. Sie unterstützen uns dabei, die Wirksamkeit unserer Kreditvergaben zu prüfen und sichtbar zu machen. Uns ist bewusst, dass sich positive Wirkung nicht ausschließlich anhand quantitativer Faktoren bemessen lässt.
Daher nutzen wir die Wirkungsmessung als Grundlage unserer Kommunikation. Eine Finanzierungsentscheidung treffen wir immer aus einer ganzheitlichen Betrachtung heraus, die sich aus einer vertrauensvollen Kundenbeziehung und dem Dialog mit unseren Kund*innen ergibt.

Da die Indikatoren der Wirkungsmessung nicht auf jedes Geschäftsmodell und jede Unternehmensgröße gleichermaßen anwendbar sind, erheben wir zusätzliche Daten zu Nachhaltigkeit und Wirkung derzeit nur für ausgewählte Firmenkund*innen – vorausgesetzt, eine sinnvolle und belastbare Datenerhebung ist möglich. Wir bezeichnen diese Kreditvergaben als „relevante Neufinanzierungen“. Im Jahr 2025 haben wir branchenübergreifend für 98 % unserer relevanten Neufinanzierungen die Wirkungsmessung durchgeführt.  

Auf dieser Seite stellen wir die Ergebnisse für die Branche „Nachhaltige Wirtschaft“ vor. Die Aufteilung orientiert sich an den Kernmerkmalen des Zukunftsbilds.  

Blick auf 2025

In der Branche Nachhaltige Wirtschaft liegt unser Schwerpunkt auf Unternehmen, die durch ihre Produkte und Dienstleistungen zu Klimaschutz, Ressourcenschonung und kreislauffähigem Wirtschaften beitragen. Das sind Unternehmen im Bereich des zirkulären Bauens – vom Holzbau über das Handwerk bis zum Sägewerk –, Unternehmen, die die Energiewende begleiten, darunter Stadtwerke, grüne/nachhaltige o.ä. Stromanbieter und Hersteller von Speichertechnologien, sowie der Bereich nachhaltige Mobilität mit dem Schwerpunkt Fahrrad. Darüber hinaus finanzieren wir Unternehmen, die durch ihre Angebote aktiv Kreisläufe schließen und sich an den R-Strategien der Circular Economy – Recycling, Wiederaufbereitung (Refurbish/ Remanufacture), Wiederverwendung (Re-Use) und Ähnlichem – orientieren. Damit flankiert die Branche andere Kernbereiche der GLS Bank und trägt zu unserem grundlegenden Verständnis zukunftsfähigen Wirtschaftens bei.

Der übergeordnete Rahmen dieser Teilbereiche ist die Transformation hin zu einer Circular Economy. Die im Dezember 2024 verabschiedete Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) ist ein Meilenstein auf diesem Weg: Sie folgt dem Leitbild, den Wert von Rohstoffen und Produkten möglichst lange zu erhalten, Materialien sparsam zu verwenden und so lange wie möglich im Kreislauf zu führen.  Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass eine wirklich zirkuläre Wirtschaftsweise dabei weit über klassisches Recycling hinausgehen muss – neue Geschäftsmodelle, kreislauffähiges Produktdesign und eine stärkere Nutzung von Sekundärrohstoffen sind ebenso grundlegend wie ein Kulturwandel in Produktion und Konsum.  Trotz dieser Dynamik bleibt der Handlungsdruck hoch: Branchenverbände kritisieren, dass die Kreislaufwirtschaft im politischen Diskurs noch nicht ausreichend als strategischer Wachstumsfaktor behandelt wird, obwohl sie langfristig zur Stabilisierung der Industrie beitragen könnte. 

Herausforderungen und Schwerpunkte 2025

Im Bereich Mobilität bleibt das Fahrrad ein zentraler Baustein nachhaltiger Alltagsmobilität. Die Branche befindet sich jedoch weiterhin in einem schwierigen Konsolidierungsprozess: 2025 setzte sich der Umsatzrückgang aus 2024 fort – Branchenberichte gehen von einem weiteren Umsatzminus von sieben bis zehn % aus. Händler berichten von rückläufiger Nachfrage nach Dienstradleasing, weiterhin hohen Warenbeständen und anhaltend starkem Preisdruck.  Erste Anzeichen einer Trendwende sind aber erkennbar: Laut dem Zweirad-Industrie-Verband stieg der Absatz im ersten Quartal 2025 um elf %, und Branchenvertreter erwarten ab 2026 eine Rückkehr auf einen nachhaltigen Wachstumskurs.  Stabil und wachsend entwickelt sich derweil der Werkstattbereich: Die Nachfrage nach Reparaturleistungen nahm im unteren zweistelligen %bereich zu und stabilisiert sich damit als wichtiger Umsatzträger – was auch auf eine Entwicklung hin zu verstärkt langlebigen und reparaturorientierten Angeboten hinweist. 

Im Bausektor bleibt die Lage strukturell herausfordernd. Das Zimmererhandwerk und der Holzbau zeigen sich dabei robuster als weite Teile des Bauhauptgewerbes: Die Holzbauquote wuchs sowohl beim Neubau von Wohngebäuden als auch bei Nichtwohngebäuden weiter an. In den ersten drei Quartalen 2025 wurden knapp 11.300 Wohngebäude in Holzbauweise genehmigt – rund 1.500 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.  Parallel steigt die Nachfrage nach zirkulären Bauweisen und recyclingfähigen Baustoffen. Holz nimmt dabei neben weiteren zirkulären Baustoffen eine Schlüsselrolle ein – sowohl als CO₂-Speicher als auch als sortenrein trennbares und damit kreislauffähiges Material.

Beim Ausbau erneuerbarer Energien setzt sich die positive Entwicklung aus dem Vorjahr fort. 2025 stieg die installierte Leistung von Erneuerbare-Energien-Anlagen um knapp 21 Gigawatt auf eine Gesamtleistung von knapp 210 Gigawatt – ein Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahr, getragen vor allem von Solar und Wind.  Bei den Batteriespeichern ist eine besonders dynamische Entwicklung zu beobachten: Die Kapazität der Großbatteriespeicher stieg im Jahresverlauf von 2,3 auf 3,7 GWh – ein Zuwachs von 60 %.  Mit dem Hochlauf der Großbatteriespeicher verändert sich die Funktionsweise des deutschen Stromsystems grundlegend – Batteriespeicher müssen explizit in der Ausbauplanung, der Systemplanung und im Strommarktdesign berücksichtigt werden. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium fehlt dazu bislang ein klares Signal. 

Finanzielle Branchenkennzahlen 2025

2025 wurden in der Branche Nachhaltige Wirtschaft neue Kredite in Höhe von 146,4 Mio. Euro vergeben.

Die Branche Nachhaltige Wirtschaft macht einen Anteil von 11 % am gesamten Neukreditvolumen im Jahr 2025 aus.
Die im Folgenden dargestellten Kennzahlen und Kundenbeispiele beziehen sich auf den Teil unserer Finanzierungen, für den eine vertiefte Erhebung von Nachhaltigkeits- und Wirkungsdaten erfolgt.

Juliane Müller, Branchenleiterin Nachhaltige Wirtschaft
Juliane Müller, Branchenleiterin Nachhaltige Wirtschaft

Übergreifend für alle genannten Teilbereiche gilt: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt angespannt, Investitionszurückhaltung und strukturelle Unsicherheiten sind weiter spürbar. Zugleich verdeutlicht das politische und regulatorische Umfeld – von der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bis zu europäischen Anforderungen an nachhaltige Finanzierung und Produktverantwortung –, dass die Transformation zu einem ressourcenschonenden, kreislauffähigen Wirtschaftssystem eine Notwendigkeit ist. Strukturelle Wettbewerbsvorteile für Pioniere dieser Transformation entstehen jedoch nur langsam: Fehlende Marktanreize, unzureichende regulatorische Rahmenbedingungen und anhaltender Preisdruck durch konventionelle Alternativen bremsen die Entwicklung. Umso wichtiger ist es, Unternehmen, die heute bereits entsprechende Geschäftsmodelle aufbauen, gezielt zu begleiten und dies in Finanzierungsentscheidungen zu berücksichtigen.

Mehr dazu und zu unseren Finanzierungen aus 2025 in den folgenden Abschnitten.

Ergebnisse der Wirkungstransparenz

Genügsam

Dies spiegelt sich in unseren Finanzierungen aus 2025 wider: Wir haben Unternehmen in sehr unterschiedlichen Segmenten begleitet – von Holzbau und Handwerk über nachhaltige Mobilität, Projektentwicklung von Photovoltaik- und Solarenergieanlage bis hin zu Textilien, Haushaltswaren und Naturkosmetik. Hinzu kommen Unternehmen oder Organisationen aus Bereichen wie Technik und IT, Beratung, Infrastruktur und zivilgesellschaftliches Engagement. Diese Vielfalt zeigt, dass eine nachhaltige Wirtschaft quer durch alle Lebensbereiche möglich und nötig ist: überall dort, wo Unternehmen Grundbedürfnisse befriedigen und dabei auf Langlebigkeit, Ressourcenschonung und kreislauffähige Ansätze setzen. 

Gerade im Bereich Tourismus zeigt sich oft ein Spannungsfeld zwischen einem gesellschaftlich stark verankerten Bedürfnis nach Erholung, Naturerleben und Reisen einerseits und den Herausforderungen eines ressourcenintensiven Sektors andererseits. Alternative Betriebsmodelle und bewusst reduzierte Eingriffe in Natur und lokale Gemeinschaft adressieren diese Spannung bewusst. 

Grafik: Verteilung nach Anzahl Unternehmen (Bestand finanzierter Kunden in KC Nachhaltige Wirtschaft), nicht Volumen
*Sonstiges: darunter fallen unter anderem Haushaltswaren, Technik/IT/Messesysteme, Infrastruktur, zivilgesellschaftliche Organisationen

Eine weiblich gelesene Person schraubt an einem Fahrrad auf einem Montageständer.

Eine Wirtschaft, die Grundbedürfnisse befriedigt und dabei unsere Lebensgrundlagen erhält oder weiterentwickelt, hat Zukunft. Nicht ewiges Wachstum ist der Zweck, sondern die Waren und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, die wirklich nötig sind. Genügsamkeit ermöglicht ein „Mehr“ an Zeit, Natur, Gesundheit und Achtsamkeit.

Ressourcenschonend & zirkulär

Bei 68 % der von uns 2025 finanzierten (relevanten) Unternehmen werden Maßnahmen nach den Prinzipien der Circular Economy umgesetzt. Die Ausgangslage ist dabei sehr unterschiedlich: Zirkuläre Ansätze sind nicht für jeden Bereich gleichermaßen relevant oder umsetzbar – für produzierende Unternehmen ergeben sich naturgemäß konkretere Ansatzpunkte als etwa für Beratungsunternehmen.

Die oben erwähnte Studie der Bertelsmann Stiftung bestätigt, dass eine wirklich zirkuläre Wirtschaftsweise die gesamte Breite von Produktdesign bis Rohstoffsubstitution erfordert. Das zeigt sich auch schon in der Praxis.

Die häufigste Maßnahme ist die Reduktion des Ressourcenverbrauchs, die bei 53 % der (oben genannten) Unternehmen umgesetzt wird. Das ist folgerichtig: Im produzierenden Gewerbe ist die Verringerung des Ressourceneinsatzes – etwa durch effizienteres Produktdesign, Prozessoptimierung oder die Substitution durch schonendere Alternativen – der naheliegendste und oft auch wirtschaftlich attraktivste erste Schritt in Richtung Zirkularität. 41 % sind im Bereich Recycling aktiv, sei es durch betriebseigenes Recycling, den Einkauf von Rezyklaten oder die Herstellung von Produkten aus recycelten Vorprodukten. Gleichauf liegt der Bereich Reparatur und Wartung mit ebenfalls 41 % – ein Ansatz, der unmittelbar auf Langlebigkeit und Ressourcenschonung einzahlt; wir bewerten es positiv, wenn Unternehmen etwa deutlich längere Garantiezeiten als gesetzlich vorgeschrieben anbieten. Wiederverwendung und Weiterverteilung sowie der Einsatz biobasierter Rohstoffe als Substitut für fossile Materialien kommen jeweils bei 29 % der Unternehmen zum Einsatz – letzteres ein Bereich, der im Kontext der Bioökonomie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Kaskadennutzung und Refurbishment bzw. Remanufacturing sind mit je 6 % noch geringfügig vertreten, was den frühen Entwicklungsstand dieser Ansätze in der Breite der Wirtschaft widerspiegelt. 

Die Entwicklung hin zu zirkulären Ansätzen im Sinne der Circular Economy ist essenziell für die nachhaltige Ausrichtung unserer Produktionsweisen. 

Neben Ressourcenschonung und Wiederverwendung spielt auch die Abkehr vom fossilen Zeitalter hin zur stärkeren Nutzung nachwachsender Rohstoffe und bioökonomischen Ansätzen eine wichtige Rolle.

Transparent & fair

Bei 82 % der von uns finanzierten Unternehmen sind konkrete Maßnahmen in den Bereichen Wertschöpfungskette, Beschaffung, Produkttransparenz sowie interne soziale Richtlinien und Standards umgesetzt. Auch hier gilt: Nicht für alle Unternehmenstypen sind alle Kriterien gleichermaßen relevant oder anwendbar – vgl. wiederum Beratung mit produzierendem Gewerbe.  

In den Bereichen Wertschöpfungskette, Beschaffung und Produkttransparenz ist eine Einordnung wichtig: Ob und in welchem Umfang Unternehmen hier Maßnahmen umsetzen können, hängt stark von ihrer Größe und davon ab, ob sie überhaupt physische Produkte beziehen und verarbeiten. Für einen Teil der von uns finanzierten Unternehmen sind diese Kriterien schlicht nicht oder nur eingeschränkt anwendbar. Mit Blick auf 2025 hatten 50 % formalisierte Richtlinien und Mechanismen zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschutzverstößen und vier Prozent formelle Standards zur Auswahl von Rohstoffen und Lieferant*innen. 43 % schaffen Transparenz zur Herkunft von Rohstoffen und Vorprodukten. Wo vorhanden, sind anerkannte Zertifizierungen ein wichtiger Anhaltspunkt – etwa im Segment Textilien oder Naturkosmetik – etwa in den Segmenten Textilien oder Naturkosmetik. Die im letzten Jahr finanzierten Unternehmen dieser Segmente waren GOTS bzw. NaTrue zertifiziert.  

Anerkannte Zertifizierungen sind dort, wo sie existieren, ein wichtiger Anhaltspunkt – aber auch nicht unkritisch. Allein auf dem EU-Markt gibt es 230 Nachhaltigkeitslabels und 100 Green-Energy-Labels mit sehr unterschiedlicher Transparenz und Strenge11 – zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft häufig eine große Lücke, vor allem dort, wo Transparenz fehlt. Als Bank haben wir weder die Ressourcen noch die tiefen operativen Einblicke, um jedes Unternehmen umfassend auf seine Nachhaltigkeitsleistung zu prüfen. Externe Audits und unabhängig geprüfte Standards sind daher ein wichtiger Baustein unserer Beurteilung – vorausgesetzt, wir halten die jeweilige Zertifizierung für glaubwürdig und inhaltlich ausreichend. Dementsprechend nutzen wir in ausgewählten Bereichen ausgewählte Siegel als Prüfkriterium: in den Segmenten Textilien und Naturkosmetik etwa GOTS und NaTrue, in anderen Bereichen beispielsweise Bio-Zertifizierungen. Eine Übersicht der Siegel, die wir in der Branche Nachhaltige Wirtschaft positiv bewerten, findet sich auf unserer Website unter: Nachhaltige Wirtschaft finanzieren - GLS Firmenkredit - GLS Bank 
 

Mit verantwortungsbewussten Produktions- und Konsumweisen werden soziale Verantwortung in der Lieferkette übernommen, faire Partnerschaften eingegangen und inklusive Angebote verfügbar gemacht. Auch unternehmensintern werden Teilhabe und soziale Verantwortung gelebt.  

Innovativ & verantwortungsbewusst

Innovation und Verantwortungsbewusstsein nehmen dabei sehr unterschiedliche Formen an – von technischen Produktinnovationen über neue Nutzungs- und Eigentumsmodelle bis hin zu organisationalen Ansätzen im Betrieb selbst. Vieles davon spiegelt sich bereits in den Bereichen Ressourcenschonung und Zirkularität sowie Verantwortung wider. Repräsentative Aussagen sind auch hier kaum möglich, da Relevanz und Umsetzbarkeit stark vom jeweiligen Geschäftsmodell abhängen.

Ein Bereich, der uns im Kontext unserer Schwerpunkte und der notwendigen Mobilitätswende besonders beschäftigt, ist die betriebliche Mobilität. Unternehmen können hier einen konkreten gesellschaftlichen Beitrag leisten – von der Gestaltung der Arbeitswege und Dienstreisen über die Wahl der Verkehrsmittel bis hin zur Förderung nachhaltiger Fortbewegung für Mitarbeitende, auch über den rein beruflichen Kontext hinaus. Dabei geht es nicht darum, individuelle Entscheidungen zu verantworten, sondern Rahmenbedingungen zu schaffen, die nachhaltigere Optionen attraktiver machen.

71 % der von uns finanzierten Unternehmen setzen entsprechende Maßnahmen um – teils vereinzelt, teils als umfassendes Mobilitätskonzept. Am weitesten verbreitet ist die Förderung des Fahrrads: 75 % der Unternehmen bieten Fahrrad-Leasing oder vergleichbare Modelle. 63 % bezuschussen die ÖPNV-Nutzung ihrer Mitarbeitenden. Ein Viertel der Unternehmen fördert aktiv die Bahnnutzung für Dienstreisen, etwa durch eine Bahn-First-Policy oder die Bezuschussung der BahnCard. 33 % verfügen über formalisierte Prozesse und Managementansätze – von Mobilitätsanalysen über flexible Arbeitsorganisation bis hin zu konkreten Richtlinien für Mitarbeitende. 17 % der Unternehmen haben einen voll-elektrischen Fuhrpark oder befinden sich im Umstellungsprozess.  

Produktinnovationen, alternative Geschäftsmodelle und Lösungsansätze ermöglichen den Wandel hin zu sozial und ökologisch verträglichen Wirtschaftsweisen.