- Kohle, Öl & Gas
- Atomkraft
- Bioenergie aus nicht nachhaltigen Quellen
- Abholzung & Umwandlung von Ökosystemen
- Schädliche Chemikalien
- Pestizide & synthetische Düngemittel
- Kontroverses Umweltverhalten
- Kontroverse Wirtschaftspraktiken
- Gentechnik in der Landwirtschaft
- Massentierhaltung
- Tierwohlverstoße
- Suchtmittel & Pornographie
- Konfliktmineralien
- Waffen und Rüstungsgüter
- Verletzung von Menschenrechten
- Verletzung von Arbeitsrechten
Wir bringen Geld dahin, wo es gebraucht wird für eine lebenswerte Zukunft.
Das ist der Sinn unserer Arbeit.
Die Bank der Zukunft seit 1974
Seit 1974 ist die GLS Bank – Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken – die erste sozial-ökologische Bank Deutschlands. Wir finanzieren Unternehmen und Initiativen, die eine gerechtere, ökologische und solidarische Gesellschaft stärken, statt an Finanzmärkten zu spekulieren. Zusätzlich zu unserem Kerngeschäft engagieren wir uns und klären auf, um ein Bewusstsein für einen wirkungsvollen Einsatz von Geld zu schaffen.
Als Genossenschaft sind wir eine Mitgliederbank. Menschen gestalten und tragen die Bank gemeinsam. Diese Gemeinschaft bildet ein starkes Netzwerk. Und wir mischen uns ein: Wir fordern politische Rahmenbedingungen, um die Weichen für eine sozial und ökologisch verträgliche Wirtschaft zu stellen. Wir bringen Themen wie Klimagerechtigkeit, gerechte Wirtschaft und soziale Teilhabe aktiv in die gesellschaftliche Debatte ein und treiben sie mutig voran.
Ökonomischer Gewinn entsteht als Folge unseres Handelns – nicht als Selbstzweck. Unsere Vision: eine Welt, in der Menschen verantwortungsvoll handeln, widerstandsfähig sind und die Zukunft regenerativ gestalten. Geld wirkt dabei als Gestaltungsmittel für eine Wirtschaft innerhalb planetarer Grenzen und mit starken sozialen Fundamenten.
Wir setzen uns klare Nachhaltigkeitsziele. Diese beziehen sich sowohl auf unseren eigenen Bankbetrieb als auch auf die Wirkung der finanzierten Unternehmen im Firmenkundenkreditgeschäft. Hier liegt unser größter Hebel: Denn jede Kreditentscheidung gestaltet Wirtschaft mit. Wir lenken Geld dorthin, wo es gesellschaftlich, ökologisch und kulturell gebraucht wird. Dafür arbeiten wir transparent: Wir veröffentlichen unsere Kredite und Eigenanlagen auf unserer Website. Unsere Firmenkund*innen begleiten wir partnerschaftlich auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft und machen durch unsere Wirkungsmessung ihre Wirkung begreifbar.
Finanzierung der Grundbedürfnisse
Unser Geschäftsmodell richtet sich auf die Finanzierung menschlicher Grundbedürfnisse im Einklang mit planetaren Grenzen. Wir investieren vor allem in die Bereiche:
- Erneuerbare Energien
- Ernährung
- Bildung und Kultur
- Wohnen
- Soziales und Gesundheit
- Nachhaltige Wirtschaft
Unsere Anlage- und Finanzierungsgrundsätze legen dafür klare Nachhaltigkeitskriterien fest. Ausgeschlossen sind zum Beispiel Unternehmen, die mit Atomkraft, Waffen, Kinderarbeit oder Gentechnik in Verbindung stehen. So bleibt Geld konsequent in Projekten mit positiver Wirkung.
Neben dem klassischen Einlagen- und Kreditgeschäft bieten wir ein breites Spektrum weiterer Leistungen – von Schenkungen über Fondsanlagen bis hin zu Altersvorsorge und unternehmerischen Beteiligungen. Im Stiftungs- und Schenkungsbereich arbeiten wir eng mit der GLS Treuhand e. V. zusammen. So entsteht ein umfassendes Ökosystem für sinnstiftendes Geld.
Wir sind bundesweit tätig. Neben der Hauptstelle in Bochum betreiben wir Filialen in Bochum, Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, München und Stuttgart. Vor Ort und digital begleiten wir Kund*innen auf dem Weg in eine sozial-ökologische Wirtschaft.
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS SBM-1: Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette.
Die GLS Bank bietet alle Leistungen einer Universalbank. Neben der Hauptstelle in Bochum betreiben wir Filialen in Bochum, Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, München und Stuttgart. Vor Ort und digital begleiten wir bundesweit Kund*innen.
Zahlungsverkehr
Wir bieten Girokonten, Bank- und Kreditkarten sowie zeitgemäßen Zahlungsverkehr wie SEPA-Überweisungen und digitale Bezahllösungen wie Apple Pay. So läuft der Alltag einfach und sicher, während das Geld im Hintergrund nachhaltig wirkt.
Sparen und Beteiligungen
Mit Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefen und Projektsparbriefen verbinden wir Rendite und Wirkung. GLS Bank Anteile stärken zusätzlich das Eigenkapital der Bank. So tragen Anlegende zur Finanzierung sozial-ökologischer Projekte bei.
Anlage und Vorsorge
Wir setzen auf nachhaltige Geldanlage und Vorsorge im Sinne unserer Anlage- und Finanzierungsgrundsätze: Fondssparpläne, GLS Invest Digital, Stiftungsanteile, Anleihen, nachhaltige Altersvorsorge sowie Angebote zur Absicherung von Haushalt und Recht.
Kreditgeschäft
Privatkredite - zum Beispiel für Photovoltaik-Anlagen, Baufinanzierungen, ökologische Sanierungen, E-Autos oder Baugruppenprojekte.
Unternehmenskredite - etwa Gemeinschaftsfinanzierungen, Bürgschaftsdarlehen oder Crowdfinanzierungen. Der Schwerpunkt liegt in den Branchen erneuerbare Energien, Ernährung, nachhaltige Wirtschaft, Wohnen, Soziales und Gesundheit sowie Bildung und Kultur. Unsere Anlage- und Finanzierungsgrundsätze legen dafür klare Nachhaltigkeitskriterien fest. Ausgeschlossen sind zum Beispiel Unternehmen, die mit Atomkraft, Waffen, Kinderarbeit oder Gentechnik in Verbindung stehen.
Dienstleistungen und neue Angebote
Wir ergänzen das Kerngeschäft durch Vermögensmanagement und die Vermittlung von Versicherungen und Bausparverträgen. Mit neuen Angeboten wie Wero entwickeln wir unser Produktspektrum weiter.
Im Stiftungs- und Schenkungsbereich arbeiten wir eng mit der GLS Treuhand e.V. zusammen. So entsteht ein umfassendes Ökosystem für sinnstiftendes Geld.
GLS Gruppe - mehr als eine Bank!
Die GLS Bank arbeitet außerdem eng mit weiteren Organisationen der GLS Gruppe zusammen:
Leitbild, Mission & Werte
Unsere Vision ist eine sozial, ökologisch und ökonomisch gerechtere Welt, in der Menschen verantwortungsbewusst handeln, resilient sind und die Zukunft regenerativ gestalten – für ein lebenswertes Heute und Morgen für alle Generationen. Geld fungiert dabei seit der Gründung der GLS Bank vor 50 Jahren als gesellschaftliches Gestaltungsmittel – eine Gestaltung hin zu einer Gesellschaft, in der soziale Fundamente gestärkt und gleichzeitig planetare Grenzen (wieder) eingehalten werden. In diesem Sinne möchte die GLS Bank dafür Sorge tragen, dass Geld dort wirkt, wo es unter sozialen, ökologischen und kulturellen Gesichtspunkten gebraucht wird.
Grundlagen unserer Arbeit sind die Achtung der Vielfalt des Lebens und der Natur sowie die Sorge um eine friedliche Koexistenz aller Kulturen, die auf individuelle Freiheit und Verantwortung gegründet sind. Wir nehmen den Menschen in seiner Gesamtheit aus Körper, Seele und Geist ernst. Unser Handeln soll die natürlichen Lebensgrundlagen heutiger und zukünftiger Generationen bewahren sowie ihre Weiterentwicklung fördern. Wir richten uns an Menschen, die ökologische, soziale oder kulturelle Ziele verfolgen und unsere Gesellschaft kreativ mitgestalten wollen. Gemeinsam entwickeln wir neue Formen der Bankarbeit, die von Solidarität und Verantwortung für unsere Mitwelt bestimmt werden.
Übergeordnete Inputs für unser Geschäftsmodell der GLS Bank sind Natur, Menschen, Beziehungen, Haltung, Wissen und Geld. Dabei bestimmt unsere Haltung, worauf die GLS Bank hinarbeitet, und bringt zum Ausdruck, auf welcher Grundlage unser Bankgeschäft geführt wird. Wir richten uns danach aus, positiv auf Menschen, Natur und Beziehungen zu wirken. Unser Wissen als immaterieller Wert unterstützt uns dabei, das Kerngeschäft gewissenhaft auszuführen, unsere Kernwerte zu leben und uns für eine sozial-ökologische Zukunft einzusetzen. Geld ist das Mittel, mit dem diese positive Wirkung umgesetzt werden kann.
Um zu wissen, was es für uns heißt, unsere Gesellschaft sozial und ökologisch wertvoller zu machen, haben wir für unsere sechs Branchen je ein Bild entwickelt – ein Bild von einer Zukunft, die wir wollen. In diesem sogenannten Zukunftsbild definieren wir klare Kriterien, die uns zeigen, wie sinn- und wirkungsvoll ein Projekt oder Unternehmen ist und, ob es zu unseren sozial-ökologischen Zielen passt.
Integrierte Nachhaltigkeits-, Geschäfts- und Risikostrategie
Die GLS Bank hat sich dazu entschieden, keine separate Nachhaltigkeitsstrategie zu verfassen. Wir verstehen Nachhaltigkeit als integrativen Bestandteil. Daher sind unsere Unternehmensstrategie die Nachhaltigkeits-, die Risiko- und die Geschäftsstrategie miteinander verbunden.
Hier geben wir Einblicke in unsere Geschäfts- und Risikostrategie.
Verantwortung von Banken - Hebel für die Transformation
Banken bewegen enorme Geldsummen. Sie beeinflussen mit ihren Finanzierungsentscheidungen, welche Geschäftsmodelle wachsen und welche auslaufen. Damit tragen sie hohe Verantwortung für Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Maßstäbe einer Bank – etwa zu Klima, Menschenrechten oder Gemeinwohl – wirken direkt in die Unternehmen hinein. Werden ambitionierte Klimaschutzziele, sozial-ökologische Kriterien und Gemeinwohlorientierung zur Grundlage, entsteht ein starker Anreiz, diese Ziele in Unternehmen umzusetzen und zu vertiefen. So leisten Banken einen spürbaren Beitrag zu Klimaschutz, Gerechtigkeit und zur nachhaltigen Transformation der Wirtschaft.
Geld wirkt über die Wahl der Bank
Gleichzeitig spielen die Einlagen der Kund*innen eine bedeutende Rolle für die Kreditvergabe von Banken. Die Wahl der Bank entscheidet daher mit darüber, welche Art von Wirtschaft gestärkt wird. Fließt Geld in Rüstung, Glücksspiel oder Kohleenergie – oder in erneuerbare Energien, sozialverträgliches Wohnen, ökologische Landwirtschaft, Bildung, Kultur, Soziales und Gesundheit?
Ein konsequent nachhaltiger Bankenmarkt hätte enorme Wirkung: Würden Banken die Klimaauswirkungen ihrer Finanzierungen verbindlich berücksichtigen, fielen Investitionen in klimaschädliche Projekte wie Kohlekraftwerke weg oder würden durch hohe Klimarisikokosten unattraktiv. Setzen Banken dagegen vor allem auf kurzfristige Rendite und Wachstum, steuern Unternehmen nach genau diesen Indikatoren.
Nachhaltiger Umgang mit Geld
Wir stellen nachhaltige Wirkung und Verantwortung in den Mittelpunkt unseres Anlage- und Finanzierungsgeschäfts. Grundlage dafür bilden die Anlage- und Finanzierungsgrundsätze, die regelmäßig an neue wissenschaftliche Erkenntnisse, gesellschaftliche Entwicklungen und aktuelle Regulatorik angepasst werden. Unser Ziel ist es, Geld gezielt für Projekte und Unternehmen einzusetzen, die gesellschaftlichen, sozialen, ökologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Mehrwert schaffen.
Jede Kreditentscheidung ist eine Einzelfallentscheidung, bei der wir neben dem eigentlichen Geschäftsfeld auch Aspekte wie Lieferkette, Abnehmer, Gesellschafter und weitere relevante Faktoren betrachten und uns Zielkonflikte genau anschauen. Zielkonflikte können sein: Wie sind die Ziele Energiewende und 1,5 °C-Kompatibilität gegenüber Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette von Solar- und Windkraftunternehmen zu bewerten? In welchem Verhältnis stehen sich Energiewende und ökologische Landwirtschaft gegenüber? Wie lässt sich die dringend erforderliche Verkehrswende und das Auslaufen des Verbrennungsmotors mit der Individualmobilität durch E-Fahrzeuge vereinbaren? Erst wenn Kreditnehmer*in und Finanzierungsvorhaben zur GLS Bank passen, erfolgt die klassische Prüfung von Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit.
Ausschlusskriterien
Positivkriterien
- Erneuerbare Energien
- Ernährung, Land- und Forstwirtschaft
- Wohnen
- Bildung & Kultur
- Soziales & Gesundheit
- Finanzdienstleistungen
- Mikrofinanzierung
- Mobilität
- Nachhaltige Wirtschaft
- Ressourcenschonende Betriebsführung
- Entwicklungspolitische Ziele
- Nachhaltige Unternehmenspolitik
- Soziale Verantwortung
- Produktverantwortung
Umsatzschwellen und Umsatzanteile
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Ausschlusskriterien sind die regulatorisch erforderlichen Umsatzschwellen. Diese zeigen an, ab welchem Umsatzanteil in einem kontroversen Geschäftsfeld ein Unternehmen von einer Finanzierung oder Investition ausgeschlossen wird. Unsere Umsatzschwellen liegen für die meisten Kriterien bei 0 %, maximal aber bei 5 % des Umsatzes. Diese Schwelle bedeutet jedoch nicht, dass pauschal Umsätze bis 5 % toleriert werden. Es ermöglicht uns jedoch Einzelfallentscheidungen zu treffen, ob das Unternehmen insgesamt trotzdem als glaubwürdig nachhaltig bewerten und überzeugende Gründe für das Unternehmen sprechen.
Wie wir mit kniffligen Kreditentscheidungen umgehen
Als sozial-ökologische Bank finanzieren wir nachhaltige Unternehmen. Jedoch bedeutet eine lebenswerte Zukunft auch eine Transformation unserer gesamten Wirtschaftsweise. Dieses Ziel können wir nur gemeinsam erreichen. Daher finanzieren wir gezielt auch Unternehmen, die sich in der Transformation befinden, zum Beispiel in der Umstellung von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft.
Neben innovativen, neuen Branchen treffen wir dabei auch auf Handlungsfelder, die im Konflikt zu unseren bisherigen Bewertungsansätzen stehen können. Eine klare Einschätzung dazu ist essenziell, um sicherzustellen, dass entsprechende Kreditanfragen mit unseren GLS Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen im Einklang sind.
Nachhaltigkeit in Eigenanlagen und Fonds
Auch im Anlagebereich setzen wir auf strenge Prüfprozesse. Über unsere Eigenanlagen und Investmentfonds lenken wir Kapital in Unternehmen, deren Geschäftsmodelle den Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen entsprechen und eine sozial-ökologische Zukunft ermöglichen. Das Team Nachhaltigkeitsresearch der GLS Investments analysiert jährlich rund 200 Unternehmen und filtert die passenden Kandidaten für Eigenanlagen und Fonds heraus. Die Hälfte der Firmen scheidet aufgrund eines oder mehrerer Ausschlusskriterien aus, für die andere Hälfte wertet das Nachhaltigkeitsresearch-Team diverse Informationen und Daten von spezialisierten Ratingagenturen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und eigenen Recherchen über die Unternehmen und Finanzinstitute aus.
Unsere Nachhaltigkeitsziele 2025 im Überblick
In den jeweiligen Kapiteln in "Wie wir Wirkung steuern" geben wir tiefere Einblicke in unsere Nachhaltigkeitsziele.
Zielerreichungsgrade ab 90 % werden als grün, bis zu 80% als gelb und darunter als pink markiert.
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS SBM-1: Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette.
Unsere neuen Nachhaltigkeitsziele ab 2026
| Wesentliches Nachhaltigkeitsthema | Nachhaltigkeitsziel | Zielwert | Horizont |
|---|---|---|---|
| Soziale Gerechtigkeit bei Mitarbeitenden (eigener Betrieb) | Anteil von mindestens 50 % Frauen in Führungspositionen jeweils in der 2. und 3. Führungsebene der GLS Bank | Mind. 50 % | 2027 |
| Reduzierung des unbereinigten Gender-Pay-Gaps auf unter 6 % in der GLS Bank | <6 % | 2027 | |
| Steigerung des Anteils an Mitarbeitenden mit Schwerbehindertenausweis in der GLS Bank auf 4 % bis 2026 und mindestens 5 % bis 2027 im Einklang mit den Vorgaben aus dem Sozialgesetzbuch | 4 % in 2026 5 % in 2027 | 2027 | |
Klima (eigener Betrieb und Portfolio) Energie (eigener Betrieb und Portfolio) Greenwashing (eigener Betrieb)
| Die GLS Bank und ihre Tochterunternehmen richten bis 2045 ihre relevanten Finanzaktivitäten auf Netto-Null-Treibhausgasemissionen aus. | Netto-Null | 2045 |
| Die GLS Bank und ihre Tochterunternehmen reduzieren ihre innerbetrieblichen Emissionen (Scope 1-3.14) bis 2045 um mindestens 90 % absolut gegenüber 2024. | -90 % | 2045 | |
| Die GLS Bank und ihre Tochterunternehmen reduzieren ihre innerbetrieblichen Emissionen (Scope 1, Scope 2 und Scope 3.1-3.14) bis 2030 um -42 % absolut im Vergleich zu 2024. | -42 % | 2030 | |
| Die GLS Bank und ihre Tochterunternehmen decken weiterhin 100 % ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Energien bis 2030 und darüber hinaus. | 100 % | 2030 | |
| Wir halten unsere Portfoliointensität bei Finanzierungen in der Energieerzeugungsbranche bis 2030 und darüber hinaus unter 0,001 tCO2e/MWh. | ≤0,001 tCO2e/MWh | 2030 | |
| Reduktion der Emissionsintensität der finanzierten privaten Wohnimmobilien bis 2030 um 47,2 % pro qm im Vergleich zu 2024. | -47,2 % | 2030 | |
| Reduktion der Emissionsintensität der finanzierten Gewerbeimmobilien bis 2030 um 49 % pro qm im Vergleich zu 2024. | -49 % | 2030 | |
| Entwicklung eines Transitionsplans für die gesamte CO2-Bilanz (Scope 1-3.15) der GLS Bank im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens | Ja | 2026 | |
Betroffene Gemeinschaften (Portfolio)
| Finanzierung von bezahlbarem Wohnraum über die Erzielung einer durchschnittlichen Miete auf Marktniveau (Wohnkostenbelastungsquote < 30 %) bei 90 % der Immobilienprojekten in der Branche Wohnen | 90 % | 2026 |
| Finanzierung von mindestens 10 Projekten unter Bürgerbeteiligung in der Branche Erneuerbare Energien | 10 Stk. | 2026 | |
| Finanzierung von gemeinschaftlichen Wohnformen oder Wohnprojekten in der Branche Wohnen, wovon mindestens 75 % demokratische Miet- und Verwaltungsstrukturen festgelegt haben | 75 % | 2026 | |
| Finanzierung von 6.500 neuen oder bestandsgesicherten Bildungsplätzen in der Branche Bildung | 6.500 Stk. | 2026 | |
| Finanzierung von 3.000 neuen oder bestandsgesicherten Plätzen in der Branche Soziales | 3.000 Stk. | 2026 | |
Themenübergreifend (Portfolio)
| Erzielung eines durchschnittlichen nWert Scores von 68 in den Immobilienfinanzierungen der Branche Wohnen | 68 | 2026 |
| Erzielung eines durchschnittlichen nWert Scores von 68 in den Immobilienprojekten der Branche Bildung | 68 | 2026 | |
| Erzielung eines durchschnittlichen nWert Scores von 68 in den Immobilienprojekten der Branche Soziales | 68 | 2026 | |
| Energie (Portfolio) | Finanzierung einer installierten Leistung aus PV- und Windenergieprojekten von mindestens 320 MW in der Branche Erneuerbare Energien | 320 MW | 2026 |
| Energie (Portfolio), Biodiversität (Portfolio) | Finanzierung von PV-Anlagen, wovon mindestens 75 % Aufdachanlagen sind in der Branche Erneuerbare Energien | 75 % | 2026 |
| Biodiversität, Wasser- und Meeresressourcen (Portfolio) | Finanzierung von 11.000 Hektar neu erworbenen oder bestandsgesicherten ökologisch bewirtschafteten Flächen in der Branche Ernährung | 11.000 Hektar | 2026 |
| Biodiversität, Wasser- und Meeresressourcen, betroffene Gemeinschaften (Portfolio) | Finanzierung von Unternehmen/Betrieben, von denen 30 % hervorragende sozial-ökologische Maßnahmen in Biodiversität, Umwelt und Soziales vorweisen in der Branche Ernährung | 30 % | 2026 |
Transparenz (eigener Betrieb)
| Erhöhung der Abdeckungsquote zur Erfassung der sozial-ökologischen Wirkung von relevanten Firmenkundenkrediten auf 95 % bis 2026 und auf 99 % bis 2027 | 95 % bis 2026 99 % bis 2027 | 2027 |
| Sicherstellung einer 100 %-igen Abdeckungsquote für Entscheidungen zur Aufnahme von Krediten in die Kreditliste in 2026 | 100 % | 2026 |
Wesentliche Themen 2025
Stakeholderanalyse
Der GLS Konzern wirkt nie allein. Die Bank steht im ständigen Austausch mit Menschen, Organisationen und Institutionen, die das eigene Handeln prägen und hinterfragen. Dieser Dialog bildet das Fundament der Wesentlichkeitsanalyse und damit des Nachhaltigkeitsberichts.
Diese Vielfalt an Perspektiven stärkt die Qualität der Entscheidungen und die gesellschaftliche Wirkung des GLS Konzerns.
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS SBM-2: Interessen und Standpunkte der Interessenträger.
Unsere Wesentlichkeitsanalyse für 2025
Die Wesentlichkeitsanalyse 2025 bestimmt, über welche Nachhaltigkeitsthemen der GLS Konzern im Berichtsjahr 2025 berichtet. Sie bildet zugleich die Grundlage, um Nachhaltigkeitsziele auf Relevanz und Vollständigkeit zu prüfen und die strategische Ausrichtung zu schärfen.
Kern der Analyse ist das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit: Ein Thema gilt als wesentlich, wenn der GLS Konzern damit erhebliche Auswirkungen auf Menschen und Umwelt erzeugt (Impact Materiality, Inside-Out Materiality) oder wenn Chancen und Risiken zu diesem Thema den wirtschaftlichen Erfolg wesentlich beeinflussen (Financial Materiality, Outside-In Materiality).
Grundlage dafür sind die Betrachtung der Wertschöpfungskette sowie die Stakeholderanalyse.
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS IRO-1: Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen, E1-IRO-1: Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und E4-IRO-1: Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken, Abhängigkeiten und Chancen im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosysteme.
Inside-Out: Auswirkungen des GLS Konzerns auf Mensch und Umwelt
In der Inside-Out-Perspektive identifiziert der GLS Konzern die eigenen Auswirkungen entlang der Wertschöpfungskette – im eigenen Betrieb inklusive vorgelagerter Lieferketten und im Kredit- und Anlageportfolio als nachgelagerter Bereich.
Betroffene Stakeholder werden direkt oder über ihre Vertretung einbezogen. Eine direkte Beteiligung externer Stakeholder, auch zu den Themen Wasser- und Meeresressourcen, Umweltverschmutzung und Kreislaufwirtschaft, fand dabei nicht statt, jedoch wurde auf Umfrageergebnisse externer Stakeholder zu den wesentlichen Themen aus dem Vorjahr zurückgegriffen.
In themenspezifischen Workshops identifizieren und bewerten Mitarbeitende und Vertreter*innen der Tochterunternehmen die Auswirkungen aus Sicht der jeweiligen Geschäftsmodelle.
Die Bewertung folgt klar definierten Kriterien: Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Einschätzungen erfolgen entlang einheitlicher Skalen und stützen sich, wo möglich, auf vorhandene Daten wie die CO₂-Bilanz des GLS Konzerns. Aus diesen Bewertungen entsteht ein Wesentlichkeitswert je Auswirkung, Risiko oder Chance.
| Negative Auswirkungen | Positive Auswirkungen | |||
|---|---|---|---|---|
| Tatsächlich | Potenziell | Tatsächlich | Potenziell | |
| Ausmaß | x | x | x | x |
| Umfang | x | x | x | x |
| Unabänderlichkeit | x | x | ||
| Eintrittswahrscheinlichkeit | x | x | ||
Für die Bereiche eigener Betrieb und Portfolio legt der GLS Konzern rechnerisch getrennte Schwellenwerte fest. Alle Auswirkungen oberhalb der Schwelle gelten als wesentlich und werden im Nachhaltigkeitsbericht vertieft beschrieben.
Outside-In: ESG-Risiken und Chancen für den GLS Konzern
In der Outside-In-Perspektive bewertet der GLS Konzern, wie Nachhaltigkeitsthemen den wirtschaftlichen Erfolg beeinflussen. Grundlage dafür ist die jährliche ESG-Risikoinventur. Nachhaltigkeitsrisiken gelten nicht als eigene Risikoart, sondern als Treiber der bestehenden Risiken.
Innerhalb der Risikoinventur erfolgt eine Bewertung über verschiedene Risikoarten, Zeithorizonte und Szenarien hinweg. Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit werden auf Skalen abgebildet und in die Systematik der Wesentlichkeitsanalyse übertragen. Daraus ergibt sich ein Wert der finanziellen Wesentlichkeit je Risiko.
Die Wesentlichkeitsschwelle legt das Risikomanagement fest. Als wesentliche Risiken gemäß der ESRS gelten alle Chancen und Risiken, die in einem der Zeiträume, Szenarien oder Risikoklassen die Wesentlichkeitsschwelle überschreiten.
Im Rahmen der Risikoinventur wird überprüft, ob die Risiken und Chancen der Tochtergesellschaften wesentlich für die GLS Bank sind. Dies liegt auch unter Berücksichtigung der ESG-bezogenen Risiken und Chancen nicht vor, sodass es nur wesentliche Risiken auf Ebene der GLS Bank gibt.
Die Chancen wurden durch das ESG-Risikomanagement sowie die Tochterunternehmen nach ihrem Ausmaß und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit identifiziert und bewertet. Auch hier sind die Chancen der Tochterunter-nehmen auf Ebene der GLS Bank nicht wesentlich.
Die wesentlichen Risiken fließen in die allgemeinen Risikomanagementprozesse ein.
ESG Risikomanagement und interne Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Beim ESG-Risikomanagement sowie der Nachhaltigkeitsberichterstattung wird konsequent ein Vier-Augen-Prinzip angewandt. Außerdem bestehen engmaschige Prozessbeschreibungen zur Durchführung und die genutzten Systeme werden geprüft. Die interne Revision hat das ESG-Risikomanagement in den Prüfungsplan integriert und führt regelmäßige Überprüfungen durch.
Die jährliche Risikoinventur umfasst die Bewertung von ESG-bezogenen Risiken. Darunter fallen auch jene, die Nachhaltigkeitsberichterstattung betreffenden Risiken. Diese umfassen:
- Klimabezogene Berichterstattung (als transitorisches Risiko)
- Sustainable Finance Regulatorik, Transparenzversprechen, erhöhte Nachhaltigkeitsprüfungen, unzureichende Offenlegung, Greenwashing/Falschangaben (als Governance-Risiken).
In der Risikoinventur wurden diese Risiken anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe bewertet. Die wesentlichen Risiken der Nachhaltigkeitsberichterstattung werden folgend beschrieben.
| ESG-Risiko aus der Berichterstattung | Wirkung |
|---|---|
| Angabe von falschen Informationen/Greenwashing | Reputations- und Compliancerisiko |
| Steigende Sustainable Finance Regulatorik | Steigende Kosten sowie Wettbewerb der sozial-ökologischen Banken |
| Verschärfte Nachhaltigkeitsprüfungen | Steigende Kosten |
| Zusätzliche Pflichten zur klimabezogenen Berichterstattung | Reputationsrisiko |
| Vernachlässigung des Transparenzversprechens | Reputationsrisiko |
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS GOV-5: Risikomanagement und interne Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Wesentliche Nachhaltigkeitsrisiken werden in die Geschäfts- und Risikostrategie integriert sowie je nach Bedarf mit KPIs und Zielen überwacht bzw. mit Maßnahmen hinterlegt. So wird beispielsweise das Risiko in Bezug auf das Transparenzversprechen der GLS Bank mit entsprechenden Nachhaltigkeitszielen überwacht.
Die Analyseergebnisse werden in die interne Risikoberichterstattung an den Vorstand wie auch den Aufsichtsrat aufgenommen, darunter beispielsweise Ergebnisse der Risikoinventur.
ESG-Risikomanagement der GLS Bank
Die GLS Bank befasst sich seit 2018 dezidiert mit Nachhaltigkeitsrisiken. Unter dem Begriff "Nachhaltigkeitsrisiken" oder auch "ESG-Risiken" versteht die GLS Bank Ereignisse oder Bedingungen in den Bereichen Klima und Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation haben können. Dabei werden diese Risiken in physische und transitorische Klima- und Umweltrisiken, soziale und Governance-Risiken unterteilt. Nachhaltigkeitsrisiken werden dabei nicht als eigenständige Risikoart betrachtet, sondern als Treiber, welche bestehende Risikoarten beeinflussen können.
Die GLS Bank verfolgt eine umfassende Strategie zur Integration von ESG-Risiken in ihre Geschäftspraktiken. Die Bank betrachtet Nachhaltigkeit als grundlegenden Aspekt ihres Geschäftsmodells und strebt danach, nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken im Zusammenhang mit der Transformation zu einer sozial-ökologischen Wirtschaft zu verstehen und zu managen. Diese Transformation stärkt zwar die nachhaltigen Geschäftsfelder der Bank, birgt jedoch auch Risiken, insbesondere im Hinblick auf die fortschreitende Belastung ökologischer Grenzen und die Unterschreitung sozialer Fundamente.
Die Risikoinventur bildet die Grundlage für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken: Auf Basis von wissenschaftlichen Klima- und Umweltszenarien werden ESG-bezogene Risikotreiber abgeleitet, die durch Wirkketten auf die bekannten Risikoarten (unter anderem Adressrisiko Kundengeschäft, operationelle Risiken etc.) einwirken. Dabei werden transitorische und physische Klima- und Umweltrisiken sowie soziale und Governance-bezogene Aspekte aufgegriffen. Diese Betroffenheiten werden in drei Zeiträumen (1 Jahr, 3-5 Jahre, >10 Jahre) und unter Anwendung von drei Szenarien (Net Zero 2050, Delayed Transition, Current Policies) analysiert.
Mit Blick auf die bestehenden Unwägbarkeiten und Unsicherheiten und die noch fehlen-den Modelle wendet die GLS Bank eine Art Vorsichtsprinzip an und schätzt ihre Betroffenheit konservativ ein.
In einem nächsten Schritt wird eine Einwertung getroffen, ob die identifizierten Wirkketten für die Portfoliostruktur der GLS Bank und im jeweiligen Szenario relevant sind. Hiermit wird der teilweise langfristigen Wirkung von ESG-Risiken Rechnung getragen, die erst in Zukunft eintreten könnten.
Die kurzfristige Perspektive nimmt dabei gleichbleibende Entwicklungen hinsichtlich transitorischer und physischer Entwicklungen im Vergleich zum Status Quo an und orientiert sich am Narrativ des Delayed Transition Szenarios. Die langfristige Perspektive betrachtet drei langfristige Szenarien, angelehnt an den Szenarien des NGFS (Network for Greening the Financial System). Die Szenarien der NGFS bieten einen Überblick über wissenschaftlich erarbeitete und akzeptierte Klimaszenarien. Ihre Basis auf den SSP-Szenarien ermöglicht damit eine Ableitung von sozio-ökonomischen Narrativen, sodass insgesamt mögliche ESG-Entwicklungen abgeleitet werden können. Es werden insgesamt drei unterschiedliche Szenarien be-trachtet: Das Net Zero 2050, das Delayed Transition Szenario und das Current Policies Szenario. Auf Basis der relevanten Wirkketten zwischen ESG-Risikotreiber und Risikoart im jeweiligen Betrachtungszeitraum erfolgt zunächst eine Relevanzprüfung, die auf die institutsspezifische Ausrichtung eingeht. Anschließend erfolgt eine Experteneinschätzung der Abteilung Risikomanagement unter Rückgriff auf Analysen von bspw. ESG-Scores des Kundengeschäfts. Es wird unter den Aspekten Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe evaluiert, ob aus dem betrachteten ESG-Risikotreiber eine wesentliche Betroffenheit resultiert. Die Einwertung erfolgt über das expertenbasierte Scoring mit einer Skala von 0 bis 5. Als materielle ESG-Risiken für das Risikomanagement gelten alle ESG-Risikotreiber, die in der 1- Jahresperspektive in der 5x5-Risikomatrix unterhalb der Diagonalen angesiedelt sind (Risikowerte 8 – 25). Diese Bewertungen wer-den ebenso als Datenbasis für die Risikoperspektive in der Outside-In Betrachtung im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse genutzt.
Die relevanten und wesentlichen Wirkungen werden anschließend für die wesentlichen Risikoarten in die Steuerungsprozesse integriert. Dies erfolgt unter anderem durch Sensitivitätsanalysen, Stresstests, adverse Szenarien, den eingeführten VR-ESG-RisikoScore, die Aufnahme von ESG-Risiken in das turnusmäßige Self-Assessment im operationellen Risiko, regelmäßige Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsrisiken und -zielen und Aufnahme von ESG-Risikofrüherkennungsindikatoren. Im Kundengeschäft werden ESG-Risiken bei allen Kund*innen mithilfe des VR-ESG-RisikoScores des Verbundes gemessen. Für Kund*innen oberhalb der Risikorelevanzgrenze (>1.000.000 EUR) wird das ESG-Scoring mithilfe von Primärdaten durchgeführt und jährlich aktualisiert. Für alle kleineren Kund*innen erfolgt die Bewertung anhand Branchendurchschnittswerten.
Die Durchführung des Scorings dient als Gesprächsanlass, um erhöhte ESG-Risiken von Einzelkund*innen zu adressieren und Anpassungsbedarfe zu diskutieren. Für die ESG-Risikoeinschätzungen im Kundengeschäft werden Risikokonzentrationen auf Basis von ESG-Scores (Branchenklassifizierungen), Primärdaten der Kund*innen oder geografische Daten verwendet. Zudem werden detaillierte ESG-Risikodaten für Kund*innen gemäß ihres Risikogehalts und der Unternehmensgröße verwendet. Für Kleinst- und Kleinunternehmen erfolgt die ESG-Risikoanalyse auf Portfolioebene mithilfe des VR ESG RisikoScores. Im Rahmen der Finanzportfolioverwaltung werden Daten von externen ESG-Datenanbietern bezogen. Für die ESG-Risikoeinschätzungen im Eigengeschäft werden Risikokonzentrationen auf Basis von ESG-Scores verwendet. Für Neuanlagen erfolgt eine dezidierte Nachhaltigkeitsprüfung durch die GLS Investment Management GmbH, die ebenfalls eine regelmäßige Überprüfung während der Haltedauer erstellt.
Ergebnisse der aktuellen Risikoinventur
Die aktuelle Risikoinventur sieht in der kurzfristigen Perspektive (1 Jahr) eine Betroffenheit von Nachhaltigkeitsrisiken im Adressrisiko Kundengeschäft (u. a. Energie- und Rohstoffpreise), Adressrisiko Eigenanlagen (akute Biodiversitätskatastrophen, Unsicherheit an den Märkten), Operationelle Risiken (u. a. Fachkräftemantel) und Strategie- und Geschäftsrisiko (u. a. steigender Wettbewerb durch Sustainable Finance Regulatorik).
In der mittelfristigen Perspektive (3-5 Jahre) werden drei Szenarien untersucht: Ein Current Policies-Szenario, in dem keine Transition hin zu mehr Nachhaltigkeit erfolgt, was langfristig zu einem Anstieg physischer Risiken führt; ein Dealyed Transition-Szenario, bei dem die Transition später erfolgt, aber dennoch ähnliche Risiken erzeugt; und ein Net Zero 2050-Szenario, bei dem sofortige und ambitionierte Umweltmaßnahmen umgesetzt werden, was zu höheren transitorischen Risiken führt. Die größte Betroffenheit im Vergleich zu den anderen Szenarien für den genannten Zeitraum liegt in einer sofortigen Transition. Die transitorischen Risiken bilden für den betrachteten Zeitraum die vergleichsweise höchsten Risiken ab, da die physischen Risiken in den anderen Szenarien ohne Transition nicht in der mittelfristigen Perspektive schlagend werden. Die GLS Bank evaluiert Möglichkeiten, um ihre Portfolios noch nachhaltiger zu gestalten, mit Fokus auf dem Kundengeschäft. Hierunter fällt unter anderem die Evaluation von nachhaltigkeitsgebundenen Konditions-anreizen. Die Effekte des Szenarios auf die Gesamtbank werden in einem adversen Szenario dargestellt und analysiert.
In der langfristigen Perspektive (>10 Jahre) besteht die höchste Betroffenheit durch einen ungebremsten Klimawandel und einer damit einhergehenden zunehmenden Umweltzerstörung und sozialem Unfrieden. Vor diesem Hintergrund wird evaluiert, inwiefern die GLS Bank ihre Kund*innen noch stärker auf physische Klima- und Umweltrisiken aufmerksam machen kann und entsprechende Beratungsangebote zur Anpas-sung an veränderte Klima- und Umweltveränderungen einführen kann. Hierzu gehört auch eine Prüfung, wie die GLS Bank in ihrer Angebotsgestaltung Anreize für Klima- und Umweltanpassungen einführen kann.
Die nachfolgende Übersicht fasst die aggregierten Analyseergebnisse der kurzfristigen Perspektive in 7 ESG-Risikokategorien zusammen. Die Analyse hat auf Grundlage von 61 einzelnen ESG-Risikotreibern stattgefunden, die zur Zusammenfassung und Darstellung in Kategorien aggregiert wurden. Eine gelbe Markierung bedeutet, dass in dieser Risikoklasse wesentliche ESG-Risiken auftreten.
Die Analyseergebnisse fließen in die Geschäfts- und Risikostrategie ein, in der Maßnahmen zum Umgang mit den Risiken festgehalten werden. Das Nachhaltigkeitsmanagement leitet geeignete Nachhaltigkeitsziele ab, die gemeinsam mit Fachabteilungen mit geeigneten Maßnahmen unterlegt werden. Abgeleitete Handlungsnotwendigkeiten, wie beispielsweise das Durchführen von Stresstests oder Erhebung von ESG-bezogenen Daten, werden in internen Arbeitsanweisungen und Prozessen der betroffenen Abteilungen aufgenommen.
Die Analyseergebnisse werden in die interne Risikoberichterstattung an den Vorstand wie auch den Aufsichtsrat aufgenommen, darunter beispielsweise Ergebnisse der Risikoinventur, von Sensitivitätsanalysen oder Konzentrationsanalysen.
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wird das Ausmaß der Risiken und Chancen bewertet. Eine Quantifizierung des Ausmaßes in Euro-Werten ist jedoch zum jetzigen Datenstand nicht möglich. Das Ausmaß wird im Rahmen der ESG-Risikoinventur in unterschiedlichen Zeiträumen und Szenarien bewertet, sodass unterschiedliche Zukünfte mit transitorischen und physischen Betroffenheiten analysiert werden können.