Atmosphäre
In diesem Kapitel beschreiben wir, wie wir auf die Atmosphäre, insbesondere das Klima, wirken und wie das Klima auf uns wirkt. Dazu geben wir einen Einblick in Konzepte, Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen zu unseren wesentlichen Themen Klimawandel, Energie, Anpassung an den Klimawandel und Greenwashing.
Viel Spaß beim Lesen!
Einleitung
Bedeutung der Atmosphäre für das Leben auf der Erde
Die Atmosphäre umschließt die Erde wie eine schützende Hülle. Sie filtert gefährliche Strahlung, steuert das Klima und hält die Temperaturen in einem lebensfreundlichen Bereich. Ohne diese Luftschicht und den natürlichen Treibhauseffekt läge die Durchschnittstemperatur bei etwa –18 °C. Die Erde wäre für Menschen unbewohnbar.
Die Atmosphäre lenkt Wetter und Winde, verteilt Wasser über Niederschläge und erhält so die Fruchtbarkeit der Böden. Sie ermöglicht Bestäubung – durch Wind, Insekten und Vögel – und damit Ernährungssicherheit und Artenvielfalt.
Menschlicher Einfluss auf die Erderwärmung
Menschliches Handeln bringt dieses System aus der Balance. Die Verbrennung fossiler Energien, intensive Landwirtschaft und weltweite Abholzung erhöhen die Konzentration von Treibhausgasen in der Luft. Die Folge: Der natürliche Treibhauseffekt kippt in eine anhaltende Erderhitzung.
Seit Beginn der Industrialisierung steigt die globale Durchschnittstemperatur. Bereits heute liegt sie mehr als 1,3 °C höher als im vorindustriellen Vergleich. Bleibt der Ausstoß von Treibhausgasen hoch, droht bis zum Ende des Jahrhunderts eine Erwärmung um bis zu 3,2 °C. Damit gerät die Erde weit aus dem Bereich, in dem Menschen dauerhaft gut leben.
Temperaturziele als Orientierung für Klimaschutz
Die Regulierung des Klimas zählt zu den zentralen Leistungen der Atmosphäre. Nur wenn die Erderhitzung auf maximal 1,5 bis 2 °C begrenzt bleibt, bleibt eine stabile Lebensgrundlage erhalten. Dieses Ziel steht im Mittelpunkt des Pariser Klimaabkommens, das 197 Staaten unterzeichneten. Es bildet auch für uns einen wichtigen Orientierungspunkt: Wir richten unser Handeln darauf aus, die Atmosphäre zu schützen und Treibhausgase wirksam zu begrenzen.
Relevante Treibhausgase und CO2-Begrifflichkeit
Im Zusammenhang mit Klimawandel rückt häufig CO2 in den Fokus. Dieses Gas sammelt sich in der Atmosphäre und verstärkt die Erderwärmung. Gleichzeitig tragen auch andere Gase zur Klimakrise bei – etwa Methan oder Lachgas. In der Klimabilanz erfasst die Wissenschaft sie als CO2-Äquivalente (CO2e).
Im Bericht verwenden wir zur besseren Lesbarkeit den Begriff „CO2“, wenn wir auf Treibhausgase verweisen. Gemeint ist dabei immer die gesamte Wirkung aller relevanten Treibhausgase auf die Atmosphäre.
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS SBM-3 und ESRS E1.SBM-3: Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell.
Im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse haben wir für die wesentlichen Themen positive und negative Auswirkungen, die von uns auf das Thema Klima wirken, sowie Risiken und Chancen, die sich durch das Klima für uns ergeben, gesammelt. Zu diesen Auswirkungen, Risiken und Chancen geben wir im Folgenden einen Überblick.
Konzepte zum Umgang mit den Auswirkungen, Risiken und Chancen
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS MDR-P und ESRS E1-2: Strategien für den Klimaschutz.
Es braucht Strategien und Konzepte, um negative Auswirkungen zu minimieren, positive Auswirkungen zu stärken, Risiken angemessen zu begegnen und Chancen zu nutzen. Einige unserer Konzepte stellen wir hier vor.
Ziele und Maßnahmen zum Umgang mit den Auswirkungen, Risiken und Chancen
Um insbesondere die negativen Auswirkungen und Risiken steuern zu können, setzen wir uns regelmäßig Nachhaltigkeitsziele. In der Zielsetzung orientieren wir uns an globalen planetaren Grenzen und sozialen Fundamenten. Um sicherzustellen, dass wir das Ziel erreichen können, führen wir verschiedene Maßnahmen durch. Im Folgenden sind die Ziele und Maßnahmen aus dem Jahr 2025 beschrieben.
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS MDR-A, ESRS MDR-T, ESRS E1-3 und ESRS E1-4: Ziele und Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Klimawandel.
Planetare Grenzen und soziale Fundamente
Planetare Grenzen beschreiben ökologische Schwellenwerte. Für die Atmosphäre zeigt sich dieser Schwellenwert im verbleibenden CO2-Budget. Damit die Ökosystemleistung „Klimaregulierung“ nicht durch den menschengemachten Treibhauseffekt gestört wird, steht der Menschheit nur noch ein begrenztes Budget an Treibhausgasen zur Verfügung.
Um die 1,5°C- bis 2°C-Grenze einzuhalten, gibt das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) im Januar 2026 ein verbleibendes Budget von 149 Gigatonnen CO2 an. Dieses Budget beschreibt die Menge an CO2, die global noch ausgestoßen werden kann, ohne die 1,5°C-Grenze zu überschreiten. Bleiben die weltweiten Emissionen auf heutigem Niveau, ist dieses Budget in rund 3 Jahren und 6 Monaten verbraucht.
Auch für Luftverschmutzung existieren Belastungsgrenzen. Feinstaub und andere Luftschadstoffe beeinträchtigen regional das Klima und die Gesundheit. Es gibt keine globale Schwelle, doch viele regionale Belastungsgrenzen werden überschritten.
Neben ökologischen Schwellenwerten stehen soziale Fundamente. Sie hängen eng mit der Atmosphäre zusammen. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher und nachhaltiger Energie bildet eine Grundlage für Wohnen, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung. Saubere Luft ist Basis für körperliches Wohlbefinden und Gesundheit.
| Wesentliches Thema | Ziel | Gültigkeitsbereich | Zeithorizont, ggf. Basisjahr & -wert, ggf. Zwischenziele | Zielwert | Ist-Wert zum 31.12.2025 | Prozentualer Zielerreichungsstand |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Energie | Finanzierung einer installierten Leistung von mindestens 350 MW in der Branche Erneuerbare Energien | Firmenkundengeschäft der GLS Bank, insb. die Branche Erneuerbare Energien | 2025 | 350 MW | 424 MW | 121,1 % |
| Energie | Finanzierung von PV-Anlagen, wovon mindestens 80 % Aufdachanlagen sind in der Branche Erneuerbare Energien | Firmenkundengeschäft der GLS Bank, insb. die Branche Erneuerbare Energien | 2025 | 80 % | 78 % | 97,5 % |
| Klimawandel und Greenwashing | Entwicklung eines Transitionsplans für die gesamte CO2-Bilanz (Scope 1-3.15) der GLS Bank im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens | Eigener Betrieb und vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette der GLS Bank | 2026 | Ja | Mit der sukzessiven Umstellung auf SBTi entwickelt die GLS Bank wie geplant einen Transitionsplan. | 100 % |
| Klimawandel | Finanzierung von Unternehmen in der Branche Nachhaltige Wirtschaft, von denen mindestens 50 % ein Konzept zur betrieblichen Mobilität haben | Firmenkundengeschäft der GLS Bank, insb. die Branche Nachhaltige Wirtschaft | 2025 | 50 % | 23,3 % | 46,7 % |
| Klimawandel | Die GLS Bank und ihre Tochterunternehmen richten bis 2045 ihre relevanten Finanzaktivitäten auf Netto-Null-Treibhausgasemissionen aus. | GLS Bank, GLS BAG, GLS EAG, GLS Investments Relevante Finanzaktivitäten gemäß SBTi: Kreditvergabe, Beteiligungen, Eigenanlagen (exkl. Geldmarktprodukte, Staatsanleihen, Konsumkredite) | 2045 | Netto- Null | Siehe Ziel bis 2030
Zum Stichtag sind 21,7 % der relevanten Finanzaktivitäten mit einem SBTi-konformen Ziel hinterlegt. | Siehe Ziel bis 2030 |
| Klimawandel | Die GLS Bank und ihre Tochterunternehmen reduzieren ihre innerbetrieblichen Emissionen (Scope 1-3.14) bis 2045 um mindestens 90,0 % absolut gegenüber 2024. | Eigener Betrieb der GLS Bank, GLS BAG, GLS EAG, GLS Investments und GLS ImmoWert (exkl. der optionalen GHG-Kategorien) | 2045 | - 90 % | Siehe Ziel bis 2030 | Siehe Ziel bis 2030 |
| Klimawandel | Die GLS Bank und ihre Tochterunternehmen reduzieren ihre innerbetrieblichen Emissionen (jeweils Scope 1 und Scope 2 sowie Scope 3.1-3.14) bis 2030 um -42,0 % absolut im Vergleich zu 2024. | Eigener Betrieb der GLS Bank, GLS BAG, GLS EAG, GLS Investments und GLS ImmoWert (exkl. der optionalen GHG-Kategorien) | 2030
Basiswert 2024: Scope 1+2: 301,99 t CO2e
Scope 3.1-3.14: 1249,56 t CO2e | - 42 % | Scope 1+2: -2,10 %
Scope 3.1-14: -23,38 % | Scope 1+2: 4,99 %
Scope 3.1-14: 55,67 % |
| Klimawandel | Die GLS Bank und ihre Tochterunternehmen decken weiterhin 100 % ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Energien bis 2030 und darüber hinaus. | Eigener Betrieb der GLS Bank, GLS BAG, GLS EAG, GLS Investments und GLS ImmoWert (exkl. der optionalen GHG-Kategorien) | 2030 und darüber hinaus
Basiswert 2024: 100 % | 100 % | 100 % | 100 % |
| Klimawandel | Die GLS Bank hält ihre Portfoliointensität bis 2030 und darüber hinaus unter 0,001 tCO2e/MWh. | Finanzierungen der GLS Bank im Energiebereich und Beteiligungen der GLS BAG GLS EAG inkl. der Wind- und Solarparks, GLS Investments (künftig wegen ELTIF) | 2030 und darüber hinaus
Basiswert 2024: 0,0001 tCO2e/MWh | ≤ 0,001 tCO2e/ MWh | 0,0001 tCO2e/MWh | 100 % |
| Klimawandel | Reduktion der Emissionsintensität der finanzierten privaten Wohnimmobilien bis 2030 um 47,2 % pro qm im Vergleich zu 2024. | Finanzierte private Wohnimmobilien der GLS Bank | 2030 Basiswert 2024: 0,0291 t CO2e/m2 | - 47,2 %* | +38,0 % | 0 %** |
| Klimawandel | Reduktion der Emissionsintensität der finanzierten Gewerbeimmobilien bis 2030 um 49,0 % pro qm im Vergleich zu 2024. | Finanzierte Gewerbeimmobilien der GLS Bank | 2030 Basiswert 2024: 0,0309 t CO2e/m2 | - 49 % | +14,2 % | 0 %** |
* Im laufenden Prozess der SBTi-orientierten Zielentwicklung hat die GLS Bank festgestellt, dass die definierte Reduktionsrate nachgeschärft werden muss, um eine 1,5°C-Kompatibilität zu erreichen. Die Bank wird die Reduktionsrate im Zuge des Zielüberarbeitungsprozesses anpassen und diese in einer künftigen Berichterstattung kommunizieren.
** Die Erhöhung der Emissionen aus finanzierten Immobilien lässt sich über die noch ausbaufähige Datenqualität zu den finanzierten Immobilien erklären.
Einige unserer Nachhaltigkeitsziele im Zeitverlauf:
Maßnahmen im Jahr 2025
Kennzahlen und weitere Informationen
Erstellung eines Übergangsplans für den Klimaschutz
Im Berichtsjahr liegt noch kein vollständiger klimabezogener Transitionsplan vor. 2025 haben wir jedoch unsere bestehenden Klimaschutzaktivitäten gebündelt, erste Klimaziele nach dem Standard der Science Based Targets initiative (SBTi) festgelegt und darauf aufbauend einen formalen Transitionsplan entwickelt.
Der entstehende Transitionsplan verknüpft unsere bestehende Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Klimazielen und Maßnahmen. Er ist Ausdruck unserer Identität als sozial-ökologische Bank und Werkzeug, um unsere Rolle als Wegbereiterin einer klimafreundlichen Finanzwirtschaft weiter auszubauen.
Klimaschutz als strategischer Kern
Seit 1974 richten wir unser Bankgeschäft konsequent an sozial-ökologischen Kriterien aus. Geld fließt in Bereiche, die den Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft vorantreiben: erneuerbare Energien, ökologische Landwirtschaft und Naturkost, sozialer Wohnraum, nachhaltige Unternehmen, Gesundheit, Bildung und Kultur.
Unsere Anlage- und Finanzierungsgrundsätze schließen klimaschädliche Geschäftsmodelle wie fossile Energien und Rüstung aus. Jede Finanzierung und jede Investition durchläuft eine Nachhaltigkeitsprüfung. So entsteht ein Portfolio, das aktive Transformation und messbaren Klimanutzen schafft.
Unsere Ausrichtung orientiert sich an planetaren Grenzen und sozialen Fundamenten. Ein stabiles Klima bildet dafür die Grundlage. Klimakrise bedeutet nicht nur ökologische Gefahr, sondern bedroht Ernährungssicherheit, soziale Gerechtigkeit, Frieden und wirtschaftliche Stabilität weltweit. Unser Auftrag, mit Geld eine sozial-ökologische Wirkung zu erzielen, gelingt langfristig nur in einem stabilen, resilienten Umfeld.
Wir richten unsere Klimaziele daher an den Pariser Klimazielen aus. Der Transitionsplan bündelt dafür bestehende Maßnahmen und entwickelt neue Schritte.
Energieverbrauch
Wir reduzieren unseren Energieverbrauch im GLS Konzern Schritt für Schritt. Ein Büroalltag ohne Energie ist jedoch nicht realistisch. Umso wichtiger ist, wie wir Strom und Wärme beziehen und welche Wirkung damit verbunden ist.
100 % Ökostrom für alle Standorte
Wir nutzen an allen Standorten ausschließlich Ökostrom der Elektrizitätswerke Schönau (EWS). Damit stärken wir die Energiewende und eine dezentrale, bürgerschaftlich getragene Energieversorgung.
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS E1-5: Energieverbrauch und Energiemix.
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| (1) Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen | - | - |
| (2) Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen | 114,33 MWh | 100,91 MWh |
| (3) Brennstoffverbrauch aus Erdgas | 101,82 MWh | 100,08 MWh |
| (4) Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellen | - | - |
| (5) Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus fossilen Quellen | 792,97 MWh | 1.053,87 MWh |
| (6) Gesamtverbrauch fossiler Energie (Summe der Zeilen 1 bis 5) | 1.009,11 MWh | 1.254,86 MWh |
| Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch | 59.45 % | 75,16 % |
| (7) Verbrauch aus Kernkraftquellen | 0,00 MWh | 10,01 MWh |
| Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch | - | 0,6 % |
(8) Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfällen biologischen Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen usw.) | 6,47 MWh | 7,56 MWh |
| (9) Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen | 681,86 MWh | 397,13 MWh |
| (10) Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt | - | - |
| (11) Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie (Summe der Zeilen 8 bis 10) | 688,33 MWh | 404,7 MWh |
| Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch | 40.55 % | 24,24 % |
| Gesamtenergieverbrauch (Summe der Zeilen 6 und 11) | 1.697,44 MWh | 1.669,57 MWh |
Wir beziehen 100 Prozent Ökostrom. Unser Anbieter sind die Elektrizitätswerke in Schönau. Hier zeigen wir, wie sich unser Strom im Vergleich zum Bundesdurchschnitt zusammensetzt.
Am Hauptstandort Bochum betreiben wir eine Photovoltaik-Anlage. Sie erzeugt Solarstrom, der vollständig ins Netz eingespeist wird. Im Jahr 2024 lag die eingespeiste Strommenge bei 22,95 MWh. Für das Jahr 2025 liegen zum Zeitpunkt der Berichtserstellung keine Zahlen vor. Damit tragen wir zusätzlich zur Versorgung mit sauberem Strom bei und stärken die regionale Energiewende.
CO2-Bilanz der GLS Bank
Auch wenn es wichtig ist, Emissionen im Geschäftsbetrieb zu reduzieren, ist es für uns als Bank von deutlich größerer Relevanz, den Blick auf sogenannte finanzierte Emissionen zu lenken. Indem wir Finanzierungen an Unternehmen ausgeben, ermöglichen wir diesen beispielsweise einen Umbau oder eine Produktionsausweitung. Dadurch entstehenden auch mehr Emissionen.
Diese Emissionen haben wir indirekt mitzuverantworten und genau hier liegt auch unser größter Hebel, um Emissionen zu reduzieren.
Diese Angaben beziehen sich auf ESRS E1-6: THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen.
Was sind eigentlich Scopes?
Scopes ist der englische Begriff für verschiedene Arten von CO2-Emissionen und ihren Entstehungsort. Insbesondere in der betrieblichen CO2-Bilanzierung wird die Einteilung nach Scopes angewandt.
- Scope 1 Emissionen sind solche, die direkt durch das eigene Unternehmen entstehen.
- Scope 2 Emissionen sind vor allem "zugekaufte" Emissionen aus der Energieversorgung.
- Scope 3 Emissionen umfassen sonstige Mobilität, die Versorgung der Mitarbeitenden, unser Einkauf an Papier und Technik. Für uns als Bank fallen unter Scope 3 Emissionen auch sogenannte finanzierte Emissionen. In der Logik, dass Kreditnehmer*innen mit dem zur Verfügung gestellten Kapital ihr Unternehmen betreiben und auch Emissionen verursachen, tragen wir eine Mitverantwortung für diese Emissionen.
CO2-Bilanz 2024 der GLS Bank und des GLS Konzerns
| In t CO2e | Basisjahr (2024)* | Berichtsjahr (2025) | Vergleich Basisjahr zu Berichtsjahr | Ziele | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Scope | GLS Bank | GLS Konzern ** | GLS Konzern im Scope der Klimaziele | GLS Bank | GLS Konzern ** | GLS Konzern im Scope der Klimaziele | GLS Konzern im Scope der Klimaziele | 2030 | 2045 |
| 1 | 0,36 | 37,65 | 27,66 | 0,29 | 63,50 | 28,07 | +0,41 | 175,15 (- 42 %) | 30,20 (-90 %) |
| 2 marktbezogen | 253,08 | 640,52 | 274,33 | 247,11 | 773,95 | 267,59 | -6,74 | ||
| 2 standortbezogen | 431,47 | 842,29 | 476,10 | 412,86 | 955,10 | 448,74 | -27,36 | ||
| 3.1 Erworbene Waren und Dienstleistungen | 533,91 | 540,40 | 540,40 | 370,94 | 386,43 | 386,43 | -153,97 | ||
| 3.3 Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie | 60,37 | 75,68 | 75,68 | 88,24 | 103,71 | 103,71 | +28,03 | ||
| 3.4 Vorgelagerter Transport und Vertrieb | 75,22 | 75,22 | 75,22 | 67,33 | 67,33 | 67,33 | -7,89 | ||
| 3.5 Abfallaufkommen in Betrieben | 0,34 | 0,34 | 0,34 | 0,24 | 0,24 | 0,24 | -0,10 | ||
3.6 Geschäftsreisen davon Hotel (optional) | 34,99 19,39 | 45,69 25,31 | 20,38 | 43,81 21,66 | 51,68 25,91 | 25,77 | +5,39 | ||
3.7 Pendelnde Mitarbeitende davon mobile Arbeit (optional) | 578,16 148,09 | 638,79 170,20 | 468,59 | 540,01 234,08 | 580,23 256,31 | 323,92 | -144,67 | ||
| 3.13 Nachgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter | 79,64 | 68,95 | 68,95 | 58,07 | 49,97 | 49,97 | -18,98 | ||
| Summe Scope 3.1 – 3.14 | 1.362,63 | 14.272,90 | 1.249,56 | 1.168,64 | 14.575,97 | 957,37 | -292,19 | 724,74 (-42 %) | 124,96 (-90 %) |
| 3.15 Unternehmensanleihen und Börsennotiertes Eigenkapital | Sc. 1+ 2: 10.620,66 Sc. 3: 26.100,26 nicht aufteilbar: 28.267,80 | Sc. 1+ 2: 10.620,66 Sc. 3: 26.100,26 nicht aufteilbar: 28.267,80 | Sc. 1+ 2: 10.173,15 Sc. 3: 39.993,27 nicht aufteilbar: 7.323,96 | Sc. 1+ 2: 10.173,15 Sc. 3: 39.993,27 nicht aufteilbar: 7.323,96 | Sc. 1+2: -447,51 Sc. 3: +13.893,01 nicht aufteilbar: -20.943,84 | ||||
| 3.15 Staatsanleihen | inkl. LULUCF: 45.486,66 exkl. LULUCF: 44.339,44 | inkl. LULUCF: 45.486,66 exkl. LULUCF: 44.339,44 | inkl. LULUCF: 54.981,70 exkl. LULUCF: 54.200,41 | inkl. LULUCF: 54.981,70 exkl. LULUCF: 54.200,41 | exkl. LULUCF: +9.860,96 | ||||
| 3.15 Unternehmenskredite und nicht-börsennotiertes Eigenkapital | Sc. 1+ 2: 182.986,58 Sc. 3: 408.977,39 nicht aufteilbar: 105,29 | Sc. 1+ 2: 183.195,67 Sc. 3: 405.160,38 nicht aufteilbar: 105,29 | Sc. 1+2: 183.454,54 Sc. 3: 408.642,04 nicht aufteilbar: 105,29 | Sc. 1+ 2: 222.059,63 Sc. 3: 636.388,50 | Sc. 1+ 2: 222.350,41 Sc. 3: 633.386,95 | Sc. 1+2: 222.529,23 Sc. 3: 636.346,55 | Sc. 1+2: +39.074,69 Sc. 3: +227.704,50 nicht aufteilbar: -105,29 | *** | |
| 3.15 Projektfinanzierung | Sc. 1+ 2: 3.283,79 Sc. 3: 122.351,86 | Sc. 1+ 2: 3.279,35 Sc. 3: 121.785,83 | Sc. 1+ 2: 3.283,79 Sc. 3: 122.351,86 | Sc. 1+ 2: 3.031,70 Sc. 3: 142.537,57 | Sc. 1+ 2: 3.028,58 Sc. 3: 142.139,89 | Sc. 1+ 2: 3.031,70 Sc. 3: 142.537,57 | Sc. 1+2: -252,09 Sc. 3: +20.185,71 | *** | |
| 3.15 Gewerbeimmobilien | Sc. 1+2: 1.937,22 | Sc. 1+2: 1.937,22 | Sc. 1+2: 1.937,22 | Sc. 1+2: 2.176,98 | Sc. 1+2: 2.176,98 | Sc. 1+2: 2.176,98 | +239,76 | 1.010,32 | |
| 3.15 Wohnimmobilien | Sc. 1+2: 6.895,13 | Sc. 1+2: 6.895,13 | Sc. 1+2: 6.895,13 | Sc. 1+2: 8.855,14 | Sc. 1+2: 8.855,14 | Sc. 1+2: 8.855,14 | +1.960,01 | 3.636,85 | |
| 3.15 Kraftfahrzeug-Darlehen | Sc. 1+ 2: 49,09 Sc. 3: 14,25 | Sc. 1+ 2: 49,09 Sc. 3: 14,25 | Sc. 1+ 2: 44,24 Sc. 3: 12,12 | Sc. 1+ 2: 44,24 Sc. 3: 12,12 | Sc. 1+2: -4,85 Sc. 3: -2,13 | ||||
| Summe Scope 3.15 | Sc. 1+ 2: 278.485,00 Sc. 3: 557.443,76 | Sc. 1+ 2: 278.689,65 Sc. 3: 553.060,72 | Sc. 1+2: 195.675,97 Sc. 3: 530.993,90 | Sc. 1+ 2: 307.865,20 Sc. 3: 818.931,47 | Sc. 1+ 2: 308.152,86 Sc. 3: 815.532,23 | Sc. 1+ 2: 236.593,05 Sc. 3: 778.884,12 | Sc. 1+2: +40.917,08 Sc. 3: +247.890,22 | ||
| Emissionen gesamt (marktbezogen) inkl. Scope 3 der finanzierten Emissionen | 837.544,83 | 846.701,44 | 728.221,42 | 1.128.212,71 | 1.139.098,52 | 1.016.730,20 | +288.508,78 | ||
| Emissionen gesamt (standortbezogen) inkl. Scope 3 der finanzierten Emissionen | 837.723,22 | 846.903,21 | 728.423,19 | 1.128.378,46 | 1.139.279,67 | 1.016.911,35 | +288.488,16 | ||
* Neuberechnet, weicht daher vom Vorjahres-Bericht ab
** Von den drei vollkonsolidierten Immobilienprojekten befinden sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung GLS Woodscraper und Greenfields Buckow im Bau. Die Emissionen wurden auf Basis von Branchendurchschnittsdaten erhoben. Die geschätzten Scope 2 Emissionen wurden sowohl im marktbezogenen als auch standortbezogenen Ansatz eingetragen, um in beiden Perspektiven die Vollständigkeit der Angaben sicherstellen zu können. Das Immobilienprojekt GLS In der Schornau ist bisher nur in Planung, weshalb hierfür keine Emissionen ausgewiesen werden. Die Emissionen folgender vollkonsolidierter Wind- und Solarparks wurden anhand von Branchendurchschnittsdaten erhoben: GLS Windpark Willebadessen GmbH und Co. KG, Bürgerenergie Windpark Gagel GmbH und Co. KG, Solarpark Albersreuth GmbH und Co. KG, Solarpark Attenkirchen GmbH und Co. KG, Solarpark Teutschenthal GmbH und Co. KG, Solarpark Vestenbergsgreuth GmbH und Co. KG, GLS Solarenergie GmbH und Co. KG, SP Solarpark Polch GmbH und Co. KG, Solarpark Ziegelscheune GmbH & Co. KG, Bochum, Wind-park Ihlewitz GmbH und Co. KG, Windpark Littdorf GmbH und Co. KG. Die geschätzten Scope 2 Emissionen wurden sowohl im marktbezogenen als auch standortbezogenen Ansatz eingetragen, um in beiden Perspektiven die Vollständigkeit der Angaben sicherstellen zu können. Die Konzern-CO2-Bilanz entspricht nicht der Summe der CO2-Bilanzen der einzelnen Unternehmen, da innerhalb des Konzerns Geschäfts- und Mietverhältnisse bestehen, welche in der CO2-Bilanz nicht doppelt berechnet werden dürfen.
*** Unternehmen innerhalb der Energieerzeugungsbranche in dieser Assetklasse unterliegen ebenfalls einem Klimaziel. Siehe dazu auch E1-1.
Die nach Tochterunternehmen aufgegliederte CO2-Bilanz ist im nichtfinanziellen Bericht zu finden.
Emissionen aus der Mitarbeitendenmobilität
Wir gestalten unsere Arbeitswelt flexibel und klimagerecht. Dafür erfassen wir regelmäßig die Mobilität unserer Mitarbeitenden und die Emissionen aus mobiler Arbeit. Grundlage dafür ist eine jährliche Pendlerumfrage. Sie zeigt, wie sich Wege zur Arbeit und mobiles Arbeiten auf die CO₂-Bilanz des GLS Konzerns auswirken.
Pendelverhalten im Jahr 2025
Die Mitarbeitenden nutzten 2025 für den Weg zur Arbeit vor allem öffentliche und vergleichsweise emissionsarme Verkehrsmittel. So verteilten sich die genutzten Verkehrsmittel:
Das zeigt: Mehr als die Hälfte der Arbeitswege erfolgt mit dem ÖPNV. Zugleich bleibt der Pkw-Anteil relevant und unterstreicht, wie wichtig weitere Anreize für klimafreundliche Mobilität sind.
Durch die An- und Abfahrtswege zum Arbeitsplatz entstanden 2025 Treibhausgasemissionen von 323,91 Tonnen CO₂e (Vorjahr 468,59 Tonnen CO₂e).
Emissionen aus mobiler Arbeit
Mobile Arbeit verändert nicht nur den Arbeitsalltag, sondern auch die Emissionsbilanz. 2025 arbeiteten die Mitarbeitenden an 53 % der Arbeitstage mobil (Vorjahr 47 %). Insgesamt wurden rund 122.056 mobile Arbeitstage erfasst.
Die dafür benötigte Technik verursacht ebenfalls Emissionen. Sie setzen sich durch den durchschnittlichen Strombedarf von Laptop, Bildschirm, Router und Internetnutzung sowie durch zusätzlichen Wärmebedarf im häuslichen Umfeld zusammen. Für 2025 schätzen wir die Emissionen der mobilen Arbeit auf 256,32 Tonnen CO₂e.
Umsetzung der Empfehlung der Taskforce on Climate-related Financial Disclosures
Die Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD) wurde 2015 vom Finanzstabilitätsrat ins Leben gerufen, um Empfehlungen für eine einheitliche und vergleichbare Klimaberichterstattung auszuarbeiten.
| Empfehlungen der TCFD | Umsetzung und Berichterstattung |
|---|---|
| Governance | Klimabezogene Risiken und Chancen werden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse und insbesondere der Risikoinventur analysiert, die dem Vorstand vorgestellt werden. Der Vorstand trägt eine Gesamtverantwortung für die Strategie und damit auch für das Management und die Steuerung der klimabezogenen Risiken und Chancen. |
| Strategy | Klimabezogene Risiken werden im Rahmen der Risikoinventur im kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizont analysiert. Die Ergebnisse werden hier beschrieben. Der Einfluss dieser Themen auf Geschäftsmodell, die Wertschöpfungskette, Strategie und Finanzplanung ist Teil der Risikoinventur. Die Resilienz der Strategie gegenüber naturbezogenen Risiken und Chancen wird hier beschrieben. |
| Risk Management | Die klimabezogenen Risiken und Chancen werden im Rahmen der jährlichen Wesentlichkeitsanalyse und Risikoinventur bewertet. Um diese zu managen, bestehen verschiedene Konzepte, Ziele und Maßnahmen. Eine Integration in das allgemeine Risikomanagement ist im Rahmen des ESG-Risikomanagements sichergestellt. |
| Metrics and Targets | Die Metriken, die im Rahmen der Risikoinventur genutzt werden, werden hier beschrieben. Die CO2e-Emissionen des Berichtsjahres werden hier berichtet. Alle klimabezogenen Ziele und Maßnahmen, inkl. ihrer Kompatibilität mit dem Pariser Klimaabkommen werden hier und hier beschrieben. |